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Inhalt:

Finanzplanung in der Praxis

Bausteine I: Versichern

Bausteine II: Vorsorgen

Bausteine III: Investieren

Reich & Glücklich

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Finanzplanung in der Praxis

 

Tabelle 1: Die Privatbilanz

Geldvermögen Euro Schulden Euro
Giro-/Termingeldkonten   Dispositionskredit  
Fondsanteile   Bankdarlehen  
Aktien   Immobilienfinanzierung  
Rentenpapiere   sonstige Darlehen  
Lebensversicherung      
Immobilien      
Summe   Summe  
Netto-Vermögen      

 

Tabelle 2: Schema zur Ermittlung des finaziellen Spielraums

Einnahmen Euro Ausgaben Euro
Nettoeinkommen   Miete  
Kapitaleinkünfte   Haushalt  
Vermietung   Kleidung  
Sonstige Einkünfte   Freizeit  
    Versicherungen  
    Sonstige Ausgaben  
Summe   Summe  
Verbleibender finanzieller Spielraum      
Ausgangspunkt einer jeden Finanzplanung sollte die Analyse der individuellen Vermögenssituation sein. In einer Privatbilanz werden - vergleichbar einer Unternehmensbilanz - Vermögen und Schulden saldiert, um den aktuellen Vermögensstatus zu ermitteln (vgl. Tabelle 1). Noch wichtiger - vor allem in der Ansparphase - ist ein Überblick über die individuelle Einnahmen- und Ausgabensituation (vgl. Tabelle 2). Mit Hilfe dieser Grunddaten läßt sich der finanzielle Spielraum für den langfristigen Vermögensaufbau abschätzen.

Um den Vermögensaufbau auf die individuelle Lebensplanung abzustimmen, gilt es nun, die finanziellen Ziele weiter zu präzisieren: Ist in absehbarer Zeit der Erwerb einer Immobilie geplant oder soll eine zusätzliche private Altersvorsorge aufgebaut werden? Gilt es zunächst nur die Grundsicherung zu optimieren oder ist im Rahmen eines langfristigen Vermögensaufbaus eine nachhaltige Erhöhung des Lebensstandards intendiert?

Sind die wesentlichen Eckpunkte für den individuellen Finanzplan bestimmt, lassen sich nun - aufbauend auf den Grunddaten - die verschiedenen Bausteine der privaten Finanzplanung bzw. der Vermögensbildung  - Versichern, Vorsorgen & Investieren - optimieren. Dabei kommen verschiedene Fragen in den Blick: welche Versicherungen sind unverzichtbar, welche optional, welche überflüssig? Ist für die private Altersvorsorge eine Kapitallebensversicherung oder eine private Rentenversicherung vorzuziehen? Wie lassen sich Aktieninvestments effizient umsetzten und kontrollieren?

Für die damit verbundenen vielschichtigen Fragen werden im Folgenden einige generelle Hinweise formuliert

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Versichern heisst ganz generell, die finanziellen Folgen individueller Risiken (Krankheit, Unfall, Schadensersatz usw.) durch den Abschluss einer Versicherung zu diversifizieren. Dazu wird von einem Versicherer für eine bestimmte Schadensklasse (Krankheit, Unfall usw.) ein Risikokollektiv organisiert. Die zu erwartende Schadenssumme (plus einer Gebühr für die Verwaltung des Risikokollektivs) wird vom Versicherer dann über die Versicherungsprämien refinanziert. Aus dem Konstruktionsprinzip von Versicherungen lassen sich einige Kriterien für deren Auswahl ableiten:

1. Versicherungen lohnen vor allem dann, wenn eine geringe Eintrittswahrscheinlichkeit mit einer hohen finanziellen Belastung im Schadensfall korrespondiert (z.B. bei der Berufsunfähigkeitsversicherung). Erhöht sich die Eintrittswahrscheinlichkeit bei erwartungsgemäss eher geringer Schadenshöhe, dominieren die Verwaltungskosten zunehmend die eigentliche Versicherungsleistung. Entsprechend ist dann die eigene Risikoübernahme dem Abschluß einer Versicherung vorzuziehen.

2. Wesentlichen Einfluss auf die Versicherungsprämie hat die Zusammensetzung des Risikokollektivs. Idealiter werden Versicherungen für Gruppen mit vergleichbarer Schadenswahrscheinlichkeit organisiert. So werden die Tarife von Berufsunfähigkeitsversicherungen nach Berufen, Tarife für die private Krankenversicherung nach Vorerkrankungen und Alter differenziert. Der Auswahl des richtigen Risikokollektivs bzw. des richtigen Versicherungstarifs fällt damit - neben der Entscheidung welche Schadensklasssen überhaupt zu versichern sind - zentrale Bedeutung zu. Darüber hinaus kann die Ausgestaltung der Versicherung generelle Anreize zur Schadensvermeidung bieten. So hilft eine Selbstbeteiligung im Schadensfall (verwaltungs-) kostenintensive Bagatellfälle zu vermeiden, was die Gesamtschadenssumme und damit langfristig die Kosten für die Versicherung senkt.

3. Weiterer wichtiger Einflussfaktor der Versicherungsprämie ist die Verwaltungsgebühr. Generell sollte die eigentliche Versicherungsleistung nicht von den Verwaltungskosten des Versicherers dominiert werden. Im Einzelfall läßt sich die Versicherungsprämie leider kaum in die verschiedenen Faktoren (Deckung der Schadenssumme des Risikokollektivs versus Verwaltungsgebühren) aufspalten. Direktversicherungen lassen jedoch langfristig Kostenvorteile erwarten.

Fazit: Ein optimaler Einsatz des Bausteins "Versichern" im Rahmen der privaten Finanzplanung sollte die effiziente Absicherung existenzieller Risiken gewährleisten. Wird der Versicherungsschutz nach den oben genannten Kriterien optimiert, erhöht dies nicht selten den finanziellen Spielraum für die weitere Finanzplanung bzw. die Vermögensbildung.

Versichern

 

 

 

Die folgende Tabelle bietet ein Schema, um den vorhandenen Versicherungsschutz zu optimieren (Versicherungsschutz für existenzielle Risiken ist grau hervorgehoben. Existenzielle Risiken sollten immer abgesichert werden. Alle weiteren Versicherungen sollten entsprechend der links genannten Kriterien überprüft werden).  

Tabelle 3

Versicherungart Prämien für bestehenden  Versicherungs- schutz Prämien für die günstigste Versicherung optimierter Versicherungs- schutz
Berufsunfähigkeit      
Private Haftpflicht      
Unfall      
Hausrat      
Risikoleben      
Kapitalleben      
Private Rente      
       
       
Krankheit      
Arbeitslosigkeit gesetzlich

-

-

       
Summen      
Ersparnis      

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Vorsorgen

 

Tabelle 4: Chronik der gesetzlichen Rentenversicherung in Deutschland

1881

Die Gefahr sozialer Unruhen veranlasst Wilhelm I. zu einer Botschaft in der die “positive Förderung des Wohls der Arbeiter” zur kaiserlichen Pflicht erklärt wird. In der Folge entstehen unter Reichskanzler Bismarck zunächst die gesetzliche Krankenversicherung (1883) und die Unfallversicherung (1884).

1889
Die Alters- und Invaliditätsversicherung für Arbeiter wird eingeführt. Schon bald entsteht ein umfassendes System der staatlichen Altersvorsorge, das praktisch alle Beschäftigten (Angestellte werden 1911 versicherungspflichtig) im Alter und bei Arbeitsunfähigkeit und ihre Hinterbliebenen nach ihrem Tod absichert. Eine Altersrente wurde zunächst ab 70 Jahren ausgezahlt.

1957
Die erste einschneidende Reform der GRV. Bis zum Jahr 1956 zahlte jeder Versicherungspflichtige seine Beiträge noch auf ein persönliches Rentenkonto und sparte somit sein Alterskapital an. Die GRV war also ursprünglich nach dem Kapitaldeckungsverfahren organisiert. Die Weltwirtschaftskrise und der zweite Weltkrieg hatten die Beitragsreserven der GRV jedoch stark reduziert. Der Bundestag entscheidet sich daher für den Übergang zum Umlageverfahren. Die Reform sorgt für die Rentenanpassung an die allgemeine Entwicklung der Bruttolöhne.

1967
Der Kapitalstock aus dem früheren Kapitaldeckungsverfahren ist endgültig aufgezehrt. Die deutsche Rentenversicherung wird nun ausschließlich per Umlageverfahren finanziert.

1972
Die sogenannte "flexible Altersgrenze" wird eingeführt: Versicherte können auf Wunsch schon mit 63 Jahren, Schwerbehinderte, Berufs- und Erwerbsunfähige mit 60 Jahren ohne finanzielle Nachteile in Rente gehen. Die Rentenversicherung wird für nicht erwerbstätige Hausfrauen und Selbständige geöffnet.

1977
Das 20. Rentenanpassungsgesetz bringt eine Verringerung der Bewertung von Ausbildungszeiten. Zeiten der Schul-, Fachschul- und Hochschulausbildung werden damit höchstens mit dem Durchschnittsverdienst aller Versicherten bewertet.

1978
Mit dem 21. Rentenanpassungsgesetz wird die Rentenanpassung von der Bruttolohnentwicklung abgekoppelt. Abweichend von der Lohnentwicklung werden die Renten 1979 nur um 4,5 vH sowie 1980 und 1981 nur um je 4 vH erhöht.

1983
Das Haushaltsbegleitgesetz führt in mehreren Stufen den Krankenversicherungsbeitrag für Rentner bis zur Höhe des durchschnittlichen Beitragssatzes von Arbeitnehmern ein.

1984
Mit dem Vorruhestandsgesetz wird die "Vorzeitige Altersrente" in der GRV beschlossen.

1985
Nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts wird die Benachteiligung von Frauen bei der Hinterbliebenenrente beseitigt; Kindererziehungsjahre werden in der GRV angerechnet.

1989
Anfang der neunziger Jahre erkennen die Verantwortlichen, dass die Leistungserweiterungen der Vergangenheit die Beitragsstabilität in der GRV gefährden. Mit der "Rentenreform 1992" wird die Rentenanpassung nunmehr gemäß der Nettolöhne vorgenommen, was bei steigenden Sozialversicherungsbeiträgen die Rentenerhöhungen dämpft. Die Altersgrenzen werden heraufgesetzt, Ausbildungszeiten nur noch bis zu maximal sieben Jahren anerkannt. Die Bewertung dieser Zeiten wird von 90 vH auf 75vH des Durchschnittsverdienst aller Versicherten herabgesetzt. Ab 2001 soll eine stufenweise Erhöhung die gesetzliche Altersgrenze auf 65 Jahre festlegen. Bei vorgezogenem Altersrentenbeginn soll ein Rentenabschlag von 0,3 vH pro Monat eingeführt werden. Die Anzahl der Mindestversicherungsjahre bei der Rente nach Mindesteinkommen für Beitragszeiten zwischen 1973 und 1991 wird von 25 auf 35 heraufgesetzt.

1995
Einführung eines Pflegeversicherungsbeitrags für Rentner.

1996
Auch die nächste Reform setzt den Trend zur Leistungsverkürzung fort: Für Neurenten ab 1997 werden schulische Ausbildungszeiten nur noch bis zu drei Jahren anerkannt. Zudem wird die berufliche Ausbildung geringer bewertet: Ab 1997 werden die Pflichtbeiträge der ersten drei Jahre - vorher 4 Jahre - als sogenannte beitragsmindernde Zeiten statt mit mindestens 90 vH nur noch mit 75 vH des Durchschnittsverdienst aller Versicherten angerechnet. Die stufenweise Erhöhung der Altersgrenze wird auf das Jahr 2000 vorverlegt.

1997
Im Rentenreformgesetz 1999 wird versucht das Rentenniveau der Zukunft deutlich zu senken, indem es von der Lebenserwartung abhängig gemacht wird. Der Anstieg der Renten soll durch den Einbau eines "demographischen Faktors" in der Rentenformel verringert werden.

1998
Der demographische Faktor wird nach der Bundestagswahl Ende 1998 zurückgenommen. Stattdessen beschließt die neue Bundesregierung die Nettolohnanpassung für die Jahre 2000 und 2001 auszusetzen und die Renten entsprechend der allgemeinen Preissteigerungsrate zu erhöhen.

2000
Im November stellt die Bundesregierung ihren Entwurf für ein neues "Altersvermögensgesetz" vor. Kern des Reformentwurfs ist die staatliche Förderung einer freiwilligen kapitalgedeckten Altersvorsorge. Die private Zusatzrente soll zukünftige Lücken bei der Umlagerente kompensieren. Ein ursprünglich geplanter Ausgleichsfaktor, der die Renten für Neuzugänge ab dem Jahr 2011 gekürzt und jüngere Beitragszahler relativ stärker belastet hätte, wird nach vielfachen Bedenken wieder aus dem Gesetzentwurf gestrichen. Statt dessen wird ein Vorschlag der Rentenversicherungsträger aufgenommen, der im Prinzip dem Demographiefaktor der Vorgängerregierung entspricht.

2001
Der Bundestag verabschiedet das Altersvermögensgesetz und stimmt damit der Rentenreform der Regierung zu. Die Reform sieht den Aufbau einer kapitalgedeckten, freiwilligen privaten Zusatzrente für Arbeitnehmer vor, die vom Staat gefördert wird. Ab 2008 wollen Bund und Länder hierfür jährlich rund 20 Mrd. DM aufbringen.

Quelle: Deutsches Institut für Altervorsorge

 

 

Tabelle 5

Eine Annäherung an den aktuellen Rentenanspruch bietet die folgende Überschlagskalkulation zur Rentenschätzung in der gesetzlichen Rentenversicherung:

Monatsrente = (aktueller Monatsbruttoverdienst * 12 * Versicherungsjahre * 0,8)   /  1000

Eine genauere Berechnung bietet der Rentenrechner des Deutschen Instituts für Altersvorsorge:

http://www.dia-vorsorge.de/finanztool.htm

 

Tabelle 6

  Anlagetyp I Anlagetyp II
Kapitalerhalt garantiert zu erwarten, aber nicht und vor allem nicht zu jedem Zeitpunkt garantiert
zu erwartende Rendite mittel (Mindestrendite garantiert) hoch (aber keine Renditegarantie)
Risiko gering, kontinuierliche Performance hoch, stark schwankende Performance
Steuer grundsätzlich sind Kapitalerträge - soweit sie über die Freibeträge hinausgehen - voll zu versteuern. Sonderregelungen mit steuerlichen Vorteilen gelten für verschiedene Formen der Altersvorsorge ((Kapital-) Lebensversicherungen, Riester-Rente, Eichel-Förderung im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge) grundsätzlich sind Kapitalerträge - soweit sie über die Freibeträge hinausgehen - voll zu versteuern. Neben den Dividenden (also Kapitalerträgen im engeren Sinne) fällt ein wesentlicher Teil der Rendite jedoch als zurzeit noch steuerfreier Vermögenszuwachs (z.B. durch Kurssteigerung von Aktien) an.

 

 

Tabelle 7: Die folgenden Werte beziehen sich auf den Anlagezeitraum vom 31.07.1989 bis zum 31.07.1999 und sind in Euro ausgewiesen. Während die absolute Performance abhängig von Betrachtungszeitraum stark variieren kann (für keine der betrachteten Anlageformen sind derzeit ähnliche Renditen zu erwarten), ist davon auszugehen, daß die relative Performance, also die Renditedifferenz zwischen den Anlageformen langfristig relativ konstant bleibt.

Anlageform durschschnittliche Rendite Vemögenszuwachs (Anlagesumme 100000 Euro/ Anlagezeitraum 10 Jahre)
durchschnittlicher Geldmarktzins DM (als Schätzung für den durchschnittlichen Sparzins) ca. 6%  (zu versteuern) 179 085
durchschnittliche jährliche Rendite von 43 Rentenfonds

ca. 7% (zu versteuern)

196 715
durchschnittliche Rendite für den  Sparanteil von Lebensverssicherungen > 6 % (steuerfrei/ informierte Schätzung) > 179 085
Quelle: Fehrenbach/Kapferer "An Investmentfonds verdienen", DM Magazin,  eigene Berechnungen (Berechnungen ohne Gewähr)
Neben der Absicherung existenzieller Risiken durch Versicherungen, ist die Vorsorge der zweite wichtige Baustein der individuellen Grundsicherung. Besonders der Altersvorsorge kommt in diesem Zusammenhang eine zentrale Bedeutung zu. 

Die wesentliche Säule der Altersvorsorge für Arbeitnehmer bildet seit Ende des 19. Jahrhunderts die gesetzliche Rentenversicherung (zu einer Chronik der gesetzlichen Rentenversicherung siehe Tabelle 4). Sie ist ein Vorsorgekonzept, das sich zwar vorrangig an individuellen Erwerbsbiographien orientiert, zugleich aber solidarische Komponenten enthält (Witwenrenten, teilweise Anrechnung von Ausbildungs- und Erziehungszeiten).

Grundsätzlich erwirbt der Versicherungsnehmer einen von den Versicherungsjahren und der Höhe Beitragszahlungen abhängigen Rentenanspruch. Die gesetzliche Rente wird von allen abhängig beschäftigten Arbeitnehmern im Umlageverfahren finanziert, d.h. die Summe der Beitragszahlungen eines Jahres sollte der Gesamtrentensumme desselben Jahres entsprechen. (Derzeit wird von diesem Prinzip abgewichen und die Rentenkasse durch Steuermittel massiv aufgestockt, da sonst das sozialpolitisch erwünschte (bzw. notwendige) Rentenniveau  zu einer wirtschaftpolitisch nicht erwünschten Belastung der Beitragszahler führen würde).

Die Leistung der gesetzlichen Rentenversicherung betrug ursprünglich maximal 70% des durchschnittlichen (also über das gesamte Erwerbsleben berechneten) Nettogehalts. Dieser Satz wurde im Zuge der 2001 beschlossenen Rentenreform, die auf eine staatliche geförderte kapitalgedeckte Zusatzrente setzt, zunächst auf  67% des durchschnittlichen Nettogehalts abgesenkt. Das Niveau der gesetzlichen Altersbezüge liegt damit immer erheblich unter dem letzten Nettogehalt (wichtig: die Leistungen des gesetzlichen Rente orientieren sich am  durchschnittlichen und nicht des letzten Nettogehalts!). Zudem muss vor dem Hintergrund zunehmender Finanzierungsdefizite der Rentenkassen mit einer weiteren Absenkung der Altersbezüge gerechnet werden. Damit rückt die private Altersvorsorge stärker in den Blick.

Ein wichtiger Bezugspunkt für die private Altersvorsorge ist die Differenz  zwischen den zu erwartenden gesetzlichen Rentenbezügen und dem letzten Nettoeinkommen, die sogenannte Versorgungslücke. Das Konzept der Versorgungslücke lässt sich noch weiter präzisieren: Die effektive Versorgungslücke bezeichnet die Differenz zwischen den zu erwartenden Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung und den individuellen Erwartungen an die Höhe bzw. den Leistungsumfang der angestrebten Grundsicherung im Alter.

Die effektive Versorgungslücke hängt damit von zwei Faktoren ab:

1. Einer genauen Berechnung der Leistungsansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung  (vgl. Tabelle 5). Vgl. hierzu auch die  jährliche Mitteilung über die individuellen Rentenansprüche durch die Rentenversicherungsträger .

2.  Die Präzisierung der persönliche Erwartungen an eine finanzielle Grundsicherung im Alter (unter Berücksichtigung der Inflation). Reichen beispielsweise 67% des durchschnittlichen Nettogehalts für die Grundsicherung, wäre - bei entsprechendem Rentenanspruch - mit der gesetzlichen Rente der Mindeststandard für die individuelle Altersvorsorge erreicht - und keine explizite private Vorsorge mehr notwendig. Weiterer finanzieller Spielraum könnte dann auch für riskantere Formen der Vermögensbildung, für Investments eingesetzt werden.

Ist der Vorsorgebedarf für die private Altersvorsorge, ist die effektive Versorgungslücke bestimmt, gilt es diese mit Hilfe einer geeigneten Anlagestrategie zu schließen. Entsprechend der Funktion der Altersvorsorge als wesentlichem Element der finanziellen Grundsicherung, sollte dabei eine risikoaverse Anlagestrategie dominieren (Primat der Vorsorge). Risikoaverse Anlagestrategien zeichnen sich dadurch aus, dass sie auf Anlageformen setzen, die den Kapitalerhalt und eine Mindestrendite garantieren. Alle Anlageformen die diese Bedingungen (Kapitalerhalt und Mindestrendite) erfüllen, können dem Anlagetyp I  zugerechnet werden. Investments als risikoaffine Anlageformen gehören entsprechend zum Anlagetyp II (die wesentlichen Unterschiede von Anlageformen von Anlagetyp I und Anlagetyp II sind Tabelle 8 noch einmal zusammengestellt).

Welche Anlageformen des Anlagetyps I - festverzinsliche Wertpapiere, Kapitallebensversicherungen, Formen der betriebliche Altersvorsorge, Riester-Rente oder selbstgenutzte Immobilie - dabei im Einzelfall vorzuziehen sind, hängt stark von den finanziellen und steuerlichen Vorgaben des Vorsorgenden ab.

Unter reinen Renditegesichtspunkten spricht vieles für festverzinsliche Wertpapiere, die die höchste durchschnittliche Bruttorendite dieses Anlagetyps aufweisen. Dieser Befund ist unter steuerlichen Gesichtspunkten - zumindest soweit die entsprechenden Freibeträge für Kapitalerträge (zur Zeit 1421 Euro Single/2842 Euro Ehepaar (Stand 1. Januar 2004)) überschritten werden - zu relativieren. Gerade bei der Altersvorsorge fallen gegen Ende der Ansparphase hohe Kapitalerträge an, die mit hohen Gehältern vor Renteneintritt korrespondieren. Dadurch gewinnen steuerlich begünstigte Vorsorgeprodukte - wie Kapitallebensversicherungen - an Gewicht. Auch die Riester-Rente oder andere staatlich geförderte Vorsorgevarianten können - unter Einbeziehung der steuerlichen Vergünstigungen - eine interessante Alternativen zu festverzinslichen Wertpapieren sein. (Weitere Formen, besonders die betriebliche Altersvorsorge, aber auch Immobilien sind zu spezifisch, als dass sie an dieser Stelle näher diskutiert werden könnten).

Festverzinsliche Wertpapiere

Neben  Sparbriefen und Festgeld bieten festverzinsliche Wertpapiere eine kontinuierliche Verzinsung des angelegten Kapitals. Die im Vergleich zu Sparkonto oder Festgeld meist höheren Zinsen sind den etwas höheren Risiken dieser Anlageklasse geschuldet. Bonitätsrisiken und kapitalmarktspezifische Risiken (die Entwicklung des von der Zentralbank festgesetzten Leitzinses) können die Rendite mindern. Durch Diversifikation der Rentenpapiere und die Auswahl solventer Emittenten sollte das Bonitätsrisiko minimiert werden. Das Kapitalmarktrisiko (das Sinken der Kurse festverzinslicher Wertpapiere sobald der Geldmarktzins steigt) kann bei langfristigen Investments (die festverzinslichen Wertpapiere werden über die gesamte Laufzeit gehalten) zunächst vernachlässigt werden.

Im wesentlichen lassen zwei Formen festverzinslicher Wertpapiere unterscheiden: Unternehmensanleihen und Staatsanleihen.

1. Unternehmensanleihen

Unternehmensanleihen sind von einzelnen Unternehmen ausgegebene Schuldtitel bzw. Schuldverschreibungen. Ein (namhaftes) Unternehmen verbürgt für die Laufzeit der Anleihe den Kapitalerhalt und einen von der Gewinnentwicklung des Unternehmens unabhängigen - zuvor festgelegten - Zins. Es bleibt das Bonitätsrisiko, das Risiko, das Liquiditätsproblem des Unternehmens die Zahlung des Zinses und die Rückzahlung des Anlagesumme verhindern könnten. 

2. Staatsanleihen

Die Risikostruktur von Staatsanleihen entspricht weitestgehend der anderer festverzinslicher Wertpapiere, wie den zuvor dargestellten Unternehmensanleihen. Da aber Staaten - oder zumindest Industrieländer - über die Steuereinnahmen über eine nahezu "unbegrenzte" Liquidität verfügen, ist das Bonitätsrisiko entsprechend gering. Das Bonitätsrisiko von Staaten bzw. Staatsanleihen (wie auch von ausgewählten Unternehmens- bzw. Industrieanleihen) wird von Ratingagenturen analysiert und prognostiziert.

Kapitallebensversicherungen

Kapitallebensversicherungen verbinden verschiedene Elemente der Grundsicherung - Lebensversicherung, Vermögensaufbau über den Sparanteil  (private Altersvorsorge) und optional eine Berufsunfähigkeits- versicherung - zu einem komplexen Finanzprodukt. Besonders die staatliche Förderung von Kapitallebensversicherungen - verschiedene Formen der steuerlichen Begünstigung des Sparanteils - geben ihnen einen ausgezeichneten Status als Vorsorgeprodukt. Leider ist die Kostenstruktur von Kapitallebensversicherung häufig intransparent. Dennoch soweit die Kostenstruktur des Produktes optimiert ist (hoher Sparanteil, geringe Vertriebs- und Verwaltungskosten) und die Lebensversicherung zur Absicherung des Todesfallrisikos auch Sinn macht, bietet die Kapitallebensversicherung eine interessante Möglichkeit zur individuellen Vorsorge.

Private Rentenversicherungen

Während der Vorsorgende mit Hilfe von festverzinslichen Wertpapieren oder Kaptallebensversicherungen eigenes Kapital bildet, das im Alter - durch Entsparen - kontinuierlich aufgezehrt oder auch verschenkt oder vererbt werden kann, erwirbt er mit dem Abschluss einer privaten Rentenversicherung einen Anspruch auf eine lebenslange persönliche Rente. Einen Anspruch also, der ausschließlich an die eigene Person gebunden ist. Im Gegensatz zu anderen kapitalbildenden Vorsorgetypen ist damit zusätzlich eine demographischer Faktor involviert, der das "Risiko" eines langen Lebens über das Risikokollektiv der Versicherten diversifiziert. Dadurch kann die Gesamtkapitalauszahlung einer privaten Rente - bei hohem Alter - das verzinste Kapital der eingezahlten Beträge überschreiten, während bei einem frühem Tod, die Auszahlungen das eingezahlte Kapital unterschreiten.

Die Auszahlungsgarantie bis ans Lebensende macht private Rentenversicherungen besonders für die Basisversorgung nicht gesetzlich Versicherter ( in der gesetzlichen Rentenversicherung ist ein lebenslanger Rentenanspruch und damit eine Basisversorgung bereits garantiert) interessant. 

Riester-Rente

Mit der Rentenreform des Jahres 2001 sollte die private Altersvorsorge als zusätzliche Säule der individuellen Grundsicherung weiter forciert werden. Unter bestimmten Bedingungen (Zertifizierung des Finanzproduktes durch die dem Bundesamt für Versicherungswesen beigeordnete Zertifizierungsstelle) wird der Abschluß eines Vertrages zur privaten Altersvorsorge staatlich gefördert. 

Eine Besonderheit der Riester-Förderung besteht in der sogenannten nachgelagerten Besteuerung. Soweit durch diese Form der privaten Altersvorsorge Vermögen gebildet wird, lassen sich zunächst Steuern sparen. Die Einzahlungen sind bis zu einer Höchstgrenze steuerfrei. Die Erträge bzw. die Auszahlung aus der Rister-Rente müssen aber später - also bei  Inanspruchnahme des angesparten Vermögens - versteuert werden.

Fazit: Der Umfang der privaten Altersvorsorge hängt letztendlich von den persönlichen Erwartungen bzw. Wünschen des Vorsorgenden bezüglich seiner Grundsicherung im Alter ab. Dennoch lassen sich Mindeststandards plausibilisieren. So sollte sich eine angemessene Grunsdsicherung im Alter mehr oder weniger am aktuellen Lebensstandard (nicht notwendig am aktuellen Einkommen) orientieren. Mit festverzinslichen Wertpapieren, Kapitallebensversicherungen (vor allem als Direktversicherung), privaten Rentenversicherungen und der Riester-Rente wurden vier wichtige Instrumente zur privaten Altersvorsorge benannt. Ist eine angemessene Grundsicherung etabliert, kann verbleibender finanzieller Spielraum für riskantere Anlageformen (Investments) genutzt werden.

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Im Gegensatz zur Vorsorge, steht Investieren für ein finanzielles Engagement in riskanten Anlageformen (Anlagen des Anlagetyps II). Der zunächst risikoaverse Akt des Sparens (im Kontext der Vorsorge) wird durch Investments in eine aktive Form der Risikoübernahme transformiert! Finanzielle Risiken werden, verbunden mit der Erwartung, langfristig überproportional von volkswirtschaftlichen Wachstumschancen zu profitieren, bewußt in Kauf genommen. Damit gewinnt ein effizientes Risikomanagement zentrale Bedeutung.

Makroinvesting zeigt eine risikooptimierte Anlagestrategie für Aktieninvestments auf. Schlüssel einer risikooptimierten Anlagestrategie ist die Diversifikation des Risikos. Diversifikation ermöglicht, die Risiken von Aktieninvestments durch ein breit gestreutes, ein diversifiziertes Portfolio zu minimieren. Anstatt schwerpunktmäßig in einzelne - vermeintlich aussichtsreiche - Unternehmen/Aktien mit entsprechend hohen Kurs- und Ertragsrisiken zu investieren, werden einzelwirtschaftliche Risiken durch Diversifikation weitgehend eliminiert (vgl. zum Hintergrund Markroinvesting & More - Konzepte).

Makroinvesting verzichtet ganz auf die Auswahl einzelner - möglicherweise erfolgversprechender - Aktien. Vielmehr werden durch repräsentative Portfolios Erträge in Höhe der durchschnittlichen Rendite eines Marktsegmentes intendiert. Was zunächst als Verzicht scheint - denn aktiv gemanagte Fonds werden mit dem Versprechen im Verhältnis zum Marktsegment überdurchschnittlicher Erträge verkauft - erweist sich bei genauerer Analyse als langfristiger Perfomancevorteil. Denn während aktive Anlagestrategien, im Sinne einer Auswahl einzelner, aussichtsreicher Aktien, vor dem Hintergrund des Versprechens überdurchschittliche Renditen zu realisieren, zumeist vor allem hohe Kosten generieren, ermöglicht Makroinvesting genau umgekehrt, durchschnittliche Erträge bei minimalen Kosten zu realisieren.

Eine Vielzahl empirischer Performancevergleiche haben gezeigt und zeigen, dass eine passive Anlagestrategie - wie Makroinvesting - langfristig deutliche Performancevorteile bietet: Während die am Aktienmarkt erzielten Renditen von aktiven und passiven Anlagestrategien langfristig konvergieren, schlagen sich die Kostenvorteile von passiven Strategien in einer höheren Gesamtperformance nieder (vgl. hierzu Tabelle 8). 

Mit Indexfonds, Indexaktien und Indexzertifikaten stehen gleich drei Finanzinstrumente für die Implementierung von Makroinvesting zur Wahl. Alle drei ermöglichen, durch die Diversifikation einzelwirtschaftlicher Risiken an der durchschnittlichen Wertentwicklung eines Marktes oder Marktsegmentes zu partizipieren. Indexprodukte erlauben, Makroinvesting kostengünstig zu implementieren.

Die drei Finanzinstrumente sind - obwohl gleichermaßen an Indizes orientiert - unterschiedlich strukturiert. Welches für ein spezifisches Investment vorzuziehen ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab, die - neben einer kurzen Beschreibung der Instrumente - in einer Tabelle zusammengestellt sind (vgl. hierzu Tabelle 9).

Indexfonds

Es mag überraschen - Indexfonds sind ein relativ junges Anlageinstrument. Erst wenn die moderne Kapitalmarkttheorie das Verhältnis von Ertrag und Risiko einer systematischen, einer formalen Analyse unterzieht und in der Diversifikation - im Gegensatz zur Prognose - ein originäres Mittel zur Minimierung des Risikos sieht, wird - Mitte der 1970er Jahre - der erste für Privatanleger geöffnete Indexfonds aufgelegt (ein Indexfonds auf den amerikanischen  S&P 500 Index der Investmentgesellschaft Vanguard. - Heute der größte Fonds der Welt).

Die formale Analyse von Risikoprozessen - im Gegensatz zur fundamentalen Analyse unternehmerischer Ertragschancen - in den Mittelpunkt von Anlageentscheidungen zu stellen, darin vor allem unterscheiden sich passive Indexstrategien von den Vorgaben eines aktiven Fondsmanagements.

Indexfonds folgen dabei einer einfachen Idee: Sie strukturieren und gewichten die Aktien in ihrem Portfolio analog zu einem - für einen Markt repräsentativen - Index. Während aktiv gemanagte Fonds also durch "stock-picking", durch die Auswahl besonders aussichtsreicher Aktien versuchen, eine im Verhältnis zum Benchmark (dem Index), überdurchschnittliche Rendite zu realisieren, zielt der Indexfonds immer auf die - durch den Index repräsentierte - durchschnittliche Rendite eines Marktes. Eine "Bescheidenheit", die sich auszahlt: Verschiedene empirische Untersuchungen belegen, dass langfristig kaum ein aktiv gemanagter Fonds (unter Berücksichtigung der Gesamtkosten "total expense ratio" des Fondsinvestments) den entsprechenden Vergleichsindex bzw. einen daran orientierten Indexfonds schlägt. Selbst mögliche Performancevorsprünge aktiv gemanagter Fonds werden durch die günstigere Kostenstruktur der Indexfonds langfristig kompensiert: Denn dadurch, dass Indexfonds nur Veränderungen in der Zusammensetzung der jeweiligen Indizes nachvollziehen, fallen - im Vergleich zu aktiv gemanagten Fonds - erheblich geringere Verwaltungsgebühren und Transaktionskosten an.

[Was darf ein Indexfonds kosten? Ausgabeaufschlag max. 2,5% (einmalig) und Managementgebühren max. 0,6% (jährlich)]

Indexaktien

Indexaktien oder auch "exchange traded funds" sind Indexfonds, die - wie Aktien - kontinuierlich an Börsen gehandelt werden. Dies hat - neben der erhöhten Liquidität und Transparenz des Fondsinvestments - den Vorteil,   dass die sonst üblichen Ausgabeaufschläge entfallen. Beim Kauf von Indexaktien fallen also nur die üblichen Spesen für Aktienkäufe an. Die Handelbarkeit an der Börse macht Indexaktien zu einem günstigen und flexiblen Investments, vor allem, wenn man sie mit den zumeist teureren klassischen Fonds, deren Kurs zudem nur einmal täglich festgestellt wird - vergleicht.

[Was dürfen Indexaktien kosten? Die Ordergebühren (einmalig) sind abhängig von den Gebühren der Depotbank. Managementgebühren max. 0,6% (jährlich)]

Indexzertifikate

Indexzertifikate sind Schuldverschreibungen einer Emissionsbank, deren Rendite sich an der Entwicklung eines zugrundeliegenden Index (Basis) orientiert. Indexzertifikate sind also Derivate und entsprechen keinem realen Aktienbesitz. Konditionen (Laufzeit, Basis, Gebühr usw.) werden von der jeweiligen Emissionsbank festgelegt. Das Bonitätsrisiko der Schuldverschreibung, des Zertifikats hängt dabei von der Bonität des Emmittenten ab.

Als Basis für Indexzertifikate dienen Performance- oder Kursindizes. Performanceindizes sind, da hier die Dividenden in die Berechnung des Indizes einbezogen werden, als Basis für Zertifikate grundsätzlich vorzuziehen. Indexzertifikate auf Kursindizes vermindern die Gesamtrendite, da sie allein die Kursentwicklung (und nicht die Wertsteigerung eines Investments durch die ausgeschüttete Dividenden) nachvollziehen. Indexzertifikate werden über die Börse gekauft und verkauft 

Sparpläne

Sparpläne erlauben  - über den Kauf von (Fonds-) Anteilen in gleichbleibenden monatlichen Sparraten - Aktieninvestments zu verstetigen. Durch Sparpläne wird antizyklisches Investieren automatisiert. Hohe Kurse führen dazu, dass bei einer gleichbleibende Sparrate weniger Anteile gekauft werden, bei niedrigeren Kursen dagegen entsprechend mehr. Durch kontinuierliches Investieren - dem zweiten wesentlichen Aspekt von Makroinvesting - werden erratische Kursschwankungen ausgeglichen. Sparpläne ermöglichen, Kursausschläge zu neutralisieren bzw. langfristig von unterdurchschnittlichen Eintrittspreisen zu profitieren.

Fazit: Makroinvesting ist als eine risikooptimierte Anlagestrategie für Aktien konzipiert. Durch die Kombination einer weitgehenden Diversifikation einzelwirtschaftlicher Risiken mit einem kontinuierlichen Investieren in gleichbleibenden Sparraten, werden die Renditechancen an Aktienmärkten optimiert. Makroinvesting lässt sich mit Hilfe verschiedener Anlageinstrumente implementieren.


Investieren

 

 

Tabelle 8: Die mit einer Anlage in aktiv gemanagte Fonds verbundenen Kosten soll durch die Gegenüberstellung der durchschnittlichen Renditen aktiv gemanagter Fonds für deutsche Standardaktien und die durchschnittlichen Renditen eines entsprechenden Indexproduktes (orientiert am DAX) verdeutlicht werden. Für die folgende Tabelle wurde die durchschnittliche jährliche Rendite der 35 bedeutendsten aktiv gemanagten Fonds und die durchschnittliche jährliche Rendite eines indexorientierten Investments ermittelt. Eine Approximation der Kosten ergibt sich dann aus Differenz des historischen Vermögenszuwachses beider Anlageformen. Dabei wird zunächst ein Anlagezeitraum von 10 Jahren zugrunde gelegt (Anlageergebnis per 31.07.1999). Bei einem längeren Anlagezeiträumen wachsen diese Differenzen - durch Zinseszinseffekte - überproportional.

Anlageform durschschnittliche Rendite Vemögenszuwachs (Anlagesumme 100000 Euro/ Zeitraum 10 Jahre)
aktiv gemanagte Fonds (Deutschland) ca. 10% 259 000
indexorientierte Investments (DAX) ca. 12% 310585
Quelle: Fehrenbach/Kapferer "An Investmentfonds verdienen", eigene Berechnungen (Berechnungen ohne Gewähr)

Das Beispiel zeigt, dass die durchschnittlichen Kosten für einen aktiv gemanagte Fond - bei einer Anlagesumme von 100 000 Euro und einem Anlagezeitraum von 10 Jahren - bis zu 50 000 Euro betragen können. Für einen Zeitraum von 20 Jahren würden sie überproportional (Zinseszinseffekte) auf knapp 300 000 Euro, für einen Zeitraum von 30 Jahren auf 1,2 Millionen Euro steigen! Diese absoluten Beträge zeigen die zu erwartenden verdeckten Kosten einer Anlage in aktiv gemanagte Fonds, indem sie deren durchschnittliches Ertragspotential, das durch Tranaktions-, Vertriebs- und Verwaltungskosten deutlich dezimiert wird, mit den potentiellen Erträgen eines repräsentativen Portfolios (Indexprodukte) vergleicht.

 

 

 

Tabelle 9: Anlageinstrumente zur Umsetzung von Makroinvesting (Die steuerliche Behandlung ist abhängig von der aktuellen Gesetzgebung und kann sich damit jederzeit ändern)

 

 

Indexfonds

Indexzertifikate

 

Gesamtkosten

 

vergleichsweise hoch (Indexaktien sind hier teilweise eine günstigere Alternative) (-) vergleichsweise gering (+)
 

Dividendenrendite

 

ja (+) nur falls auf  Basis eines Performanceindex
 

Laufzeit

 

unbegrenzt (+) unterschiedlich, teilweise unbegrenzt
 

Bonitätsrisiko

 

kein Bonitätsrisiko (+) Bonitätsrisiko der Emissionsbank (-)
 

Sparläne

 

fast immer (+) nur für ausgewählte Zertifikate (-)

 

 

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Reich &Glücklich

Ein wesentlicher Zug des "Zen" ist es, ein Tun als eine geistige Übung zu verstehen, bei der nicht allein das Erreichen des Handlungszieles im Mittelpunkt steht, sondern die Erfahrungsmöglichkeiten entlang des Weges. Auf den gesamten Erfahrungshorizont kommt es an. In diesem Sinne versteht sich Makroinvesting & More ein wenig als "Zen der Finanzplanung".

Makroinvesting & More geht von einem erweiterten Verständnis von Wirtschaft und Risiko aus. Das Primat der Vorsorge eröffnet, im Rahmen einer effizienten risikoaversen Vorsorgestrategie, die wesentlichen Voraussetzungen für jenen heiteren Gemütszustand, den Epikur "ataraxie" nennt.

Makroinvesting erlaubt es dann, sich im Rahmen einer risikooptimierten Anlagestrategie für Aktien gelassen einzulassen, auf das große, ernste Spiel, das sich werktäglich in den Gesichtern von Managern, Börsenmaklern und Investmentbankern spiegelt: Kapitalismus.      

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